2013

2013

November 2013 (v6.95)

Textzeugen Zwei neue Handschriften

Textzeugen
(weitere Beiträge s. Archiv)
  Dank eines Hinweises von Balázs J. Nemes kann ich einen bereits 1909 von Walther Dolch identifizierten Textzeugen des Exempel von den 10 Punkten (Pf. 467,30 - 468,15) in die inzwischen lange Liste der 33 Hss. und 2 Drucke eintragen: Bern, Burgerbibliothek, Cod. 737. Weiter habe ich aufgrund der Liste von Axters (1931) die Hs. Brügge, Stadtbibliothek, Cod. 408 mit Pf. Spr. 66 (laut Axters; der Text ist abgedruckt bei de Vooys) mit aufgenommen. Damit sind aktuell 430 Hss. verzeichnet.
  Axters ist jetzt auch in den Literaturangaben zu den Hss. verzeichnet. Außerdem gibt es eine kleine Ergänzung zu Gö1.
  In diesem Zusammenhang sind Laude, Catalogue méthodique ..., Brügge, 1859 (Bru) und Hans Vollmer, Ober- und mitteldeutsche Historienbibeln, Berlin, Weidmann, 1912 (Be) als Literatur hinzugekommen.
[6.11.13]

September 2013 (v6.95)

Textzeugen Änderungen

Textzeugen
(s. 6/2013, 2013 (Varia VIII), 2012 (Varia VII), 7/2012, 5/2012, 4/2012, 16. März 2012, Pfingsten 2011, 29. März 2011, 2010, 2010 (Varia II), 2010 (Varia I), 2009)
  Eine Handschrift ist neu hinzugekommen: Lübeck, Stadtbibliothek, Ms. theol. germ. 8° 57 (Sigle Lüb1) aufgrund des Hinweises in Stammler, Studien zur deutschen Mystik (1930), S. 300. Damit sind insgesamt 428 Hss. erfasst.
  Die Handschriften sind jetzt auch im Handschriftencensus verlinkt. Die Gesamtzahl von 420 Hss. (einsehbar unter Forschungsliteratur z.B. zu den Stichworten 'Eckhart' und 'Textzeugen') differiert ein wenig von den hier angezeigten, da im HSC noch einige Hss.-Einträge fehlen.
  Geändert wurden die Einträge zu den Hss.: , von denen sechs Hss. (B6, Br2, Lo1, M9, M38, N8) in die Datenbank 'Predigt im Kontext' aufgenommen wurden. Dank eines Hinweises von B. Nemes konnte ich einen Fehler im Eintrag Schaffhausen, Cod. Gen. 20 (Sch) berichtigen, wo seit fünf Jahren die Pr. Steer 104 angeführt war statt richtig Pr. Pf. 104.
  Zwei Literaturtitel sind neu hinzugekommen: C. G. N. de Vooys (1903, Br5) und J. Kelle (Prag, Pr1 und Pr2).
[23.9.13]

Juli 2013 (v6.94)

Nachträge BNM, 'Salzburger Armutstext', Tauler, Usage

Nachträge

  1. Bibliotheca Neerlandica Manuscripta: Frau Glaßner von der "Arbeitsgruppe 'Handschriftencensus'" an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat mich zu Recht darauf hingewiesen, dass entgegen meiner Behauptung der HSC sehr wohl auf die BNM verlinkt (s. HSC - Forschungsliteratur - im Suchfeld den Gesamtausdruck eingeben) und zeigt sich irritiert, dass bei Aufruf des BNM eine Nummer und ein Passwort eingegeben werden müsse. Folgt man dem 'online'-Link des HSC, gelangt man über eine Seite der Universität Leiden zur Datenbank, die das notwendige Cookie im Browser setzt, die Login-Abfrage zu überspringen. Mein Problem ist nun, dass bei der Direktverlinkung der Textzeugen hier mit dem entsprechenden Datensatz der BNM die Login-Seite erscheint, sofern in dem entsprechenden Browser noch kein Cookie gesetzt ist. Für den Fall sind Nummer und PW unten angegeben.
  2. 'Salzburger Armutstext': Bei der Auflistung habe ich noch St. Gallen 1919 (G10) vergessen. Nemes hatte mich per Email daruf hingewiesen, dass Dierckx die Predigt in der Hs. nachweist ohne sie identifizieren zu können. Durch diese Mail war ich überhaupt erst dazu angeregt worden, mich etwas intensiver mit der Materie zu beschäftigen.
  3. Usage: Die Statistik für Juni 2013 liegt nun vor.
  4. Tauler: Dank eines Hinweises von Frau Bara Bancel (s. Bibliographie ) konnte ich eine falsche Aussage meinerseits berichtigen: Bei der im portugiesischen Coimbra 1551 erschienenen Übersetzung der 'Medulla animae' (den 'Institutionen' des Surius-Tauler) handelt es sich nicht um portugiesisch, sondern um spanisch. Ich hatte mich schon gewundert, wieso sich die Google-Übersetzung des Titels besser anhörte, wenn man als Quelle 'spanisch' statt 'portugiesisch' angab...
[13.7.13]

Juni 2013 (v6.94)

Allgemein
Bibliotheca Neerlandica Manuscripta
"Salzburger Armutstext"
Textzeugen
- Zur Tab. Dr. und Hss.
Abschluß der Version 6.94
Eine Datenbank und die Folgen
Zur Thematik
Änderungen und neue Hss.
Was sich geändert hat

Allgemein
  Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die laufende Version erst dann zum Abschluß zu bringen, wenn erstens die Predigtdatei vollständig überarbeitet wurde (s. Predigten) und in diesem Verlauf gleichzeitig endlich die Predigten aus der Sammlung des Paradisus in der Quint-Edition und -Übersetzung online gestellt worden wären. Wie seit Beginn des Projekts üblich (ob ich das noch mal lernen werde ?) kam mal wieder einiges dazwischen und das ist aktuell vor allem die Bibliographie, die mich allein schon genug fordert und die jetzt schon wieder seit 6 Wochen auf Eis liegt, da mich die durch eine kurze Mail von Nemes initiierte Bestandsaufnahme der Textzeugen forderte. Das Ergebnis liegt nun vor und ich habe beschlossen, hier einen Break zu machen und die seit April letzten Jahres laufende Version 6.94 abzuschließen, was bedeutet, dass das komplette Projekt als .exe oder .zip-Datei downloadbar ist, was besonders das Arbeiten mit den Textzeugen offline beschleunigt. Übrigens würde ich empfehlen, die Datei NICHT mit dem aktuellen Firefox aufzurufen (wenn man es eilig hat), da der richtig langsam ist. Besser ist in diesem Fall der Internet Explorer oder noch besser eine ältere Version (vor 2.0) des Seamonkey (s. seamonkey.at ), der die Seite min. 3-mal so schnell aufbaut. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich habe den Eindruck, dass der Firefox-Browser (den ich eigentlich sehr schätze) mit jeder neuen Version immer langsamer wird. Chrome benutze ich schon aus Abneigung gegen die Krake und den verlogenen Laden Google nicht (s. Varia IV - Suche) und mit Opera kenne ich mich nicht aus.
  Zu empfehlen ist auch die Tabelle zu den Textzeugen, die alle wesentlichen Angaben zu den Hss. übersichtlich zur Verfügung stellt und in der man mittels Filter alle Hss. zu einem gewählten Suchkriterium (wie z.B. der Schreibsprache) zusammenstellen kann. Diese Tabelle habe ich ebenfalls überarbeitet und die Einträge gerade im Hinblick auf eine Filterung vereinheitlicht.
  Die nachfolgenden Angaben decken nicht alle Änderungen ab, die ich vorgenommen habe. Eine ausführliche Übersicht findet sich unter Versionen.

Bibliotheca Neerlandica Manuscripta (BNM)
  Ähnlich wie Quint in den Dreissigern (s. Salzburger Armutstext) besuchte der Holländer Willem Lodewijk de Vreese (1869-1938) in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hunderte von Bibliotheken in Belgien, Deutschland, den Niederlanden und anderen Ländern Europas auf der Suche nach Handschriften in mittelniederländischer Sprache. Dabei erstellte er tausende von Handschriftenbeschreibungen mit in die zehntausende gehenden textlichen, kodikologischen und historischen Details auf Karteikarten (s. BNM an der Universität Leiden ). Seit 1991 wurde begonnen, diese enormen Datenmengen elektronisch in einer Datenbank aufzubereiten und um aktuelle Ergebnisse zu erweitern. Bis heute sind zwei Drittel des Gesamtumfanges erfasst und über das Internet (mit Einschränkung - s.u.) zugänglich.
  Nachdem ich diese Webside 'entdeckt' hatte (aufgrund eines Hinweises von Lücker zur handschriftlichen Sammlung von de Vreese - S. 176, Quellen), habe ich sämtliche Einträge hier (Sprachhinweis 'mittelniederländisch' - u.a.) mit den Datenssätzen der BNM verglichen und gegebenenfalls aktualisiert. Davon sind (inklusive der neu hinzugekommenenen - s. Textzeugen) folgende 75 Hss. betroffen: .
  Obwohl die BNM somit das niederländische Äquivalent zum Handschriftencensus (HSC) darstellen, wunderte es mich, dass in Letzerem an keiner Stelle auf BNM verwiesen wird, was allerdings von Seiten des BNM ebenfalls gilt. Auch dort wird nur selten auf deutsche Literatur zu den Hss. verwiesen und Links auf andere Webseiten fehlen ganz. Erfrischenderweise verzichtet die BNM fast vollständig auf die unzuverlässigen, vorangestellten Akronyme wie 'Cod.', 'Ms.' oder 'Hs.' und begnügt sich mit der 'reinen' Bezeichnung. Des weiteren kennt BNM kein 'Den Haag / 's-Gravenhage' (HSC). Alle entsprechenden Hss. werden unter der Bezeichnung 's-Gravenhage geführt.
  Der Grund, warum der HSC auf Verweise zur BNM verzichtet, kann darin begründet liegen, dass man beim direkten Aufruf der Datenbank online zur Eingabe eines Namens / einer Nummer und eines Passwortes aufgefordert wird. Das kann man jedoch umgehen, indem man den Datensatz zum BNM im WorldCat (oclc 150203907 ) aufruft und dem dort angegebenen Online-Link folgt (alternativ Direkteingabe: Nummer = '9938', Password = 'bnmbnm'). Dadurch wird ein Cookie für den verwendeten Browser gespeichert, mit dem auf die Datenbestände (für einige Tage) der BNM zugegriffen werden kann. Was dieses Verfahren seitens der BNM soll, ist mir schleierhaft, da diese Datenbank ja nun wahrlich keine Geheiminformationen preisgibt.

"Salzburger Armutstext"
  Nach einer Reihe von Bibliotheksreisen zur systematischen "Durchforschung der Handschriftenbestände aller in Frage kommenden in- und ausländischen Bibliotheken", begonnen im Jahr 1933 im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft, "und zwar durch die Ostmark, Holland und Norddeutschland (von Pahncke), durch Teile von Ostdeutschland und die Tschecho-Slowakei (von Spamer, ...), durch Süd-, Mittel- und Westdeutschland, die Schweiz, Belgien und Teile von Frankreich (von mir)" (Einleitung, S. VII), veröffentlichte Josef Quint 1940 die Ergebnisse in einem Reisebericht, der als erster Band der Untersuchungen im Rahmen der Editionsausgabe der deutschen und lateinischen Werke erschien. Darin beschrieb er auch den Cod. Salzburg M I 476 (alte Sign. V 3 H 148 / (6); noch ältere G 41) [Sigle S1; Nr. 65, S. 169-205] und druckte den Text einer Predigt fol. 223v-224v (S. 187-190) ab mit dem einleitenden Text "E c k h a r t (?). Der Text zeigt sehr enge Berührungen mit Ausführungen der "Rede der unterscheidunge" (RdU, Pf. II Tr. 17), insbesondere mit Pf. 547,14 ff." (= DW 5, S. 200,10 ff. - seine Edition des Traktates sollte erst 22 Jahre später mit der 3.-6. Lieferung des fünftes Bandes erscheinen).
  Im Jahr 1986 beschäftigte sich Freimut Löser ebenfalls zwei Wochen mit der Handschrift (Straßb. Prr., 2008, S. 48) und stellte seine Ergebnisse in dem 1995 erschienenen Aufsatz "Der niht enwil und niht enweis und niht enhât. Drei übersehene Texte Meister Eckharts zur Armutslehre", S. 399-412 vor, wo er die Predigt durch ausführliche Vergleiche mit den Reden als Eckhart-Text identifizierte und u.a. einen Rückverweis dort auf eine Textpassage hier bezog, wodurch sich der Text als VOR den Reden entstanden herausstellte (s. Eig. Anm. 2).
  In dem letztes Jahr (2012) veröffentlichten Aufsatz Der 'entstellte' Eckhart. Eckhart-Handschriften im Straßburger Dominikanerinnenkloster St. Nikolaus in undis konnte Balázs J. Nemes den Text in den Hss. Basel, Cod. A X 117 (Ba3) und Leipzig, Ms. 1659 (L2) nachweisen, während Löser diesen zeitgleich in vollständiger Form im Basler Taulerdruck (BT) entdeckte. Im soeben erschienenen Jahrbuch 6 der Meister-Eckhart-Gesellschaft, das die meisten der Vorträge der Jahrestagung 2011 in Erfurt enthält, fasst Löser (Meister Eckhart, die ›Reden‹ und die Predigt in Erfurt. Neues zum sogenannten ›Salzburger Armutstext‹, S. 84-96) seine Ergebnisse noch einmal zusammen und weist unter dem Hinweis darauf, dass mit weiteren Handschriften zu rechnen sei (S. 86, Anm. 54), darauf hin, dass der Text auch in der Hs. München, Cgm 346 (M13) enthalten ist (S. 86). Somit sind aktuell vier Drucke (BT, HT, KT und ST) und vier Hss. (Ba3, L2, M13, S1) mit der Predigt zu Io 2,16 bekannt, wobei sie der BT dem "Montag nach Mitfasten" (Montag nach dem 4. Fastensonntag, 2.3.-5.4.) und der KT dem 6. Sonntag nach Dreifaltigkeit (28.6.-1.8.) zuweist.
  Vor nunmehr zehn Jahren sind die 9.-11. Lieferung zum Band DW 4,1 (Prr. 87-105, März 2003, "unter Mitarbeit von Wolfgang Klimanek und Freimut Löser") und die 1.-2. Lieferung zum Band DW 4,2 (Prr. 106-110 [die ersten zwei Seiten], Mai 2003, "unter Mitarbeit von Wolfgang Klimanek") erschienen. Unter "© Copyright: 2005 by Wolfgang Klimanek" stellte dieser ein "Verzeichnis der in DW IV benutzten Textzeugen und ihrer Siglen " im Rahmen der Webpräsenz der 2004 gegründeten Meister-Eckhart-Gesellschaft ins Internet, das die Vorlage bot für meine erstmals Anfang 2009 veröffentlichte Liste aller Textzeugen. In dieser Datei schreibt Klimanek in der Einführung: "Pr. 114 = Quint, Untersuchungen I S. 187—190 (S1 fol. 223v—224v)", was eben genau auf die von Löser für Eckhart identifizierten und von ihm aufgrund des aktuellen Aufbewahrungsortes "sog. Salzburger Armutstextes" getauften Predigt verweist, die demnach als 114. Predigt im Rahmen der deutschen Werke ediert werden soll. Ob dem tatsächlich so ist, werden wir erst wissen, wenn die nächste Lieferung herausgegeben worden ist (wann auch immer das sein wird, sei dahingestellt. Jedenfalls hat Steer angekündigt, dass die Edition bis 2017 abgeschlossen sein könnte [Gesamtausgabe , S. 166]).
  Unabhängig davon kann hier der Text sowohl in seiner Gestaltung im Basler Taulerdruck als auch in der darauf basierenden Übersetzung im Frankfurter Taulerdruck von 1826 gelesen werden (die Bilddateien öffnen jeweils in einem neuen Tab / Registerkarte):
BT, 1521: f. 188v; f. 189r; f. 189v; f. 190r; f. 190v; f. 191r;
FT, Teil 2, 1826: S. 286; S. 287; S. 288; S. 289; S. 290; S. 291; S. 292; S. 293.

Textzeugen
(s. 2013 (Varia VIII), 2012 (Varia VII), 7/2012, 5/2012, 4/2012, 16. März 2012, Pfingsten 2011, 29. März 2011, 2010, 2010 (Varia II), 2010 (Varia I), 2009)
  Nemes hat in seinem Aufsatz "Der entstellte Eckhart" fünf neue Hss. eingeführt und sie bereits mit Siglen versehen (B45 - Priebsch / Langenberg, Pf. 111; B46 - Jo. 50; B47 - Jo. Anh. 2; N22 und N23 - jew. Jo. 50). Während sein Artikel sich noch im Druck befand, hatte ich jedoch ebenfalls N22 neu aufgenommen (da ich von dem Artikel nichts wußte) und so gab es nun nach Erscheinen seines Textes zwei verschiedene N22, was ich dadurch löste, dass ich meine N22-Hs. in N24 umbenannte. Außerdem werden sowohl von Nemes als auch von Löser auf die Leipziger Hs. 1659 verwiesen, die als L2 (S 114) hingekommen ist (s. "Salzburger Armutsstreit").
  Da die von Nemes neu siglierten Hss. zum Teil schon in der Tabelle "Weitere Hss. und Drucke" gelistet sind, habe ich mir die anderen dort genannten Hss. (und den 'Lotter-Druck') noch mal genauer angesehen und davon Amsterdam, I G 34 (Am - Zitate); Assen, Oldenhuis 929 (As - Meister Eckhart und der arme Mensch); Berlin, mgf 823 (B49 - Pf. Spr. 66); Breslau, IV D 5 (Brs2 - Exempel) und Nijmegen, Daniels (jetzt Leiden, Ltk. 2055 - Le6 - Gebet) in die Textzeugen mit aufgenommen. Zu den Nichtaufgenommenen s. unten.
  Durch die Suche nach Informationen über die Hss. Amsterdam und Assen bin ich auf die Datenbank Bibliotheca Neerlandica Manuscripta gestoßen, die zum Stichwort Meister Eckhart noch die Einträge zu Cambridge (Mass.), MS Riant 91 (Cam) und Herverlee, Cod. 8 (Hev - Q 69) lieferte. Die Cambridger Hs. (datiert 1522) enthält eine mittelniederländische Übersetzung der Predigten Q 1 und Q 2 und wurde von Ubbink (veröffentlicht 1978) in seiner synoptischen Gegenüberstellung der Übersetzungen von Q 2 in den Hss. B6, Br1, Cam, Ga und Nu (S. 19-109) mit abgedruckt. Die mnl. Übersetzungen spielen in der Edition nur eine marginale Rolle und werden in der deutschen Literatur selten erwähnt.
  Die BNM geben als Literatur häufig Stooker / Verbeij an, bei denen sich wiederum weitere Einträge zu Meister Eckhart finden. Daraus sind dann noch die vier Hss. Berlin mgo 188 (B50 - Reden-Fragmente), Brüssel II 2779 (Br17 - Schwester Katrei), Den Haag / 's-Gravenhage 135 F 12 (Ha11 - Reden-Fragmente und zwei kurze Exzerpte aus Q 52) und Nijmegen 188 (Ni - Exempel von den 10 Punkten) hinzugekommen.
  Insgesamt wurden somit weitere 18 Handschriften den Textzeugen hinzugefügt, weshalb diese jetzt 427 Hss. und die bekannten acht Drucke umfassen.
  Neben den ersten sechs und allen 75 mittelniederländischen Handschriften (s. BNM) wurden außerdem bearbeitet 1. die Hss.: und 2. die Drucke: BT, HT, KT, ST (vgl. Taulerdrucke: Inhalt BT [Nr. 99] und Drucke bis 1565 [Nr. 86]) und die Literatur sowie die Eckhart-Ausgaben entsprechend aktualisiert. Neu hinzugekommen in der Literaturliste sind: Göber-Katalog, Joosting, Löser (Reden) und (Straßb. Hss.), de Man, Nemes, Repertorium NL, Scheepsma, Stahl und Stooker / Verbeij. Bzgl. der deutschen Werke wurden ergänzt die Predigten (Q 1, Q 2, Q 52, Q 69, Q 82, S 114) und die Reden (Edition) um die Hss. B48, B50 und Ha11.

Zur Tabelle: Dr. und Hss.
  Im Zuge der Neuaufnahme von Hss. habe ich mir auch die Tabelle noch einmal vorgenommen. Die daraus in die Textzeugen integrierten Hss. habe ich oben schon aufgeführt. Nun zu den restlichen Angaben:

[21.6.13]

April 2013 (v6.94)

Bibliographie
Predigt Pf. 17
Vortrag
Varia VIII
Zur Arbeit an derselben
mhdt. Text und Übersetzung
Max Müller, Christliche Theosophie
Textzeugen, Usage

Bibliographie
(s. 2011)
  Die Zeit von Oktober bis Mitte Januar habe ich vor allem damit verbracht, die Bibliographie zu Meister Eckhart auf den MEG-Seiten komplett zu überarbeiten und zu aktualisieren. Was das konkret bedeutete, bitte dort nachlesen (so habe ich z.B. eine Datei Ausgaben angelegt, die alle Mehrfachausgaben erfasst und die meisten fremdsprachlichen Titel - soweit nötig - in Unicode erfasst). Seit Karl Heinz Witte mir 2009 das Angebot machte, die Website der MEG zu gestalten und damit auch die Bibliographie zu übernehmen (s. 2011), habe ich seine Vorarbeit bis Anfang 2011 überarbeitet und ergänzt und bis August 2012 u.a. um den Jahrgang 1996 erweitert (ursprünglich wurde die Bibliographie ab 1997 erfasst). Inzwischen ist nach 1996 auch das Jahr 1995 hinzugekommen.
  Man sollte meinen, eine Bibliographie zu erstellen könne doch nicht so aufwändig sein. Man nehme einige Literaturverzeichnisse, recherchiere ein wenig in den Online-Katalogen und fertig ist die Laube. Weit gefehlt. Inzwischen habe ich gelernt, dass die Erstellung der Liste der Textzeugen dagegen ein Kinderspiel war, dessen Grundgerüst mich einen Sommer und Herbst (2008) kostete. Auch wenn diese Liste noch längst nicht vollständig ist, so ist doch die Aktualisierung derselben - arbeitstechnisch betrachtet - läppisch im Vergleich zu einer akkuraten bibliographischen Erfassung möglichst aller Veröffentlichungen zu Meister Eckhart seit Anbeginn an, selbst wenn diverse Arbeiten zum Thema bereits vorliegen (z.B. Largier).
  Was nun einige der Schwierigkeiten bei der Recherche betrifft, so macht diese nicht nur besonders arbeitsintensiv, dass bei jedem neuen Scan möglichst vieler der weltweit ins Netz gestellten Kataloge und Datenbanken immer wieder neue Titel aus vergangenen Jahren auftauchen, sondern man auch die Tatsache akzeptieren muß, dass mittlerweile (ich kann noch nicht genau sagen, seit wann - nach aktuellem Stand schon 1995) über die Hälfte aller Titel zu Eckhart nicht mehr auf deutsch erscheinen, sondern auf chinesisch, japanisch, russisch oder auch auf Urdu - und wenn diese nicht per Schlagwort und transkribiert im WorldCat erfasst sind, besteht von vornherein keine Chance, diese zu finden, da ich nunmal keine dieser Sprachen lesen kann.
  Hinzu kommt, dass ich jeden Titel von mindestens zwei unabhängigen Sites bestätigt haben möchte (was nicht immer möglich ist), da ich nicht alle zweifelhaften Titel per Fernleihe bestellen kann - zum Einen erlaubt das mein finanzielles Budget nicht und zum Anderen hat auch die Fernleihe ihre Grenzen. Noch schwieriger wird es, wenn ein z.B. von Largier in seinen jährlichen Ergänzungen in der Eckhart Review (bis 2010) genannter Titel nicht einmal per Google gefunden werden kann (und Google ist diesbezüglich nun mal die Suchmaschine mit den meisten Daten). Was macht man da? Es kann also passieren, dass man tatsächlich stundenlang nach nur einem Titel auf die unterschiedlichste Art und Weise sucht und trotzdem nicht fündig wird, weshalb dieser Titel dann nicht mit aufgenommen wird, obwohl er (zumindest nach Angabe von Largier) existiert.
  Außerdem suche ich von jedem Titel eine digitale Kopie zum Aufbau eines digitalen Archivs, das allen Eckhart-Interessierten zur Verfügung gestellt werden sollte (weshalb ich u.a. jedesmal bei Google-Books - und vielen anderen Online-Archiven - nachschaue, ob da zumindest eine Vorschauansicht zur Verfügung steht. Deshalb habe ich z.B. die kompletten Deutschen Werke (die Lateinischen erst teilweise) und andere Texte eingescannt (was auch seine Zeit in Anspruch nimmt) und dem Vorstand der MEG den Vorschlag unterbreitet, diese Scans den Mitgliedern der MEG zur Verfügung zu stellen (es gibt inzwischen etliche Modelle, wie das urheberrechtlich zu realisieren wäre). Die Idee wurde einhellig für gut befunden - und liegt seit über einem Jahr auf Eis. Was mich allerdings nicht weiter wundert, da der Laden anscheinend vorrangig dazu gegründet wurde, Veröffentlichungen zu generieren. Der gute alte Gedanke, Forschung zu betreiben, die sowohl der gegenwärtigen als auch den nachfolgenden Generationen dient, scheint ziemlich aus der Mode gekommen zu sein.
  Es muß also über eine Möglichkeit nachgedacht werden, ein digitales Archiv auf eckhart.de zur Verfügung zu stellen, ohne mit Urheberrechtansprüchen in Konflikt zu geraten. Für Ideen dazu bin ich herzlich dankbar. Vielleicht muß dazu einen Club der Eckhart-Freunde gegründet werden o.ä. Wie dem auch sei, seit der Aktualisierung der Bibliographie Mitte Januar habe ich mir den Zeitraum bis 1900 vorgenommen und für jeden Titel nach digitalen Kopien gesucht, sie, wo sie verfügbar waren, heruntergeladen, wo nicht, die Texte in der Stabi kopiert und dann eingescannt und verfüge nun - bis auf zwei Fernleihen, auf die ich noch warte - über die (wie ich hoffe) vollständige Literatur (soweit sie Eckhart betrifft), die bis zum Jahr 1900 erschienen ist in digitaler Form, die ich gerne jedem Interessierten zur Verfügung stellen möchte.
  Es gilt noch die Lücke bis 1995 zu schließen, weshalb ich in diesem Jahr 2013 eher selten von mir hören lassen werde (von Aktualisierungen der Textzeugen hier und der laufenden Bibliographie auf MEG abgesehen).

Predigt Pf. 17
  Durch die Bibliographie konnte ich das Büchlein von Wilhelm Schöpff, Meister Eckhart. Ausgewählte Predigten und verwandte Schriftstücke. Mit einer einleitenden Monographie, Leipzig, Richter, aus dem Jahr 1889 einsehen und überrascht feststellen, dass hier erstmals 24 Predigten nach der Textausgabe von Pfeiffer übersetzt wurden, darunter die bisher nicht in den DW edierten Predigten Pf. 17; 37 [jetzt S 113]; 54; 67,1; 67,2 und 75 sowie S 100 (Pf. 51). Leider sind diese in Fraktur gedruckt, was bedeutet, dass es einfacher ist, einen Text abzuschreiben als es mit einer Texterkennung (OCR) zu versuchen. Aus diesem Grund habe ich mich zunächst für einen kurzen Text entschieden. Schöpffs Übersetzung entbehrt jedoch jeglicher Feinheiten, es handelt sich vielmehr um eine bloße eins zu eins Wortübersetzung, die der Sinnfindung nicht wirklich dient.
  Quint hat viel Energie und Arbeit darauf verwendet, für jede seiner edierten Predigten den Echtheitsnachweis zu führen. Für den umgekehrten Fall, dem Nachweis, dass eine der Pfeifferschen Predigten nicht von Eckhart ist, kenne ich bisher nur die Arbeit von Steer zu Predigt 37. Ich hoffe, im Verlauf der Arbeit an der Bibliographie noch mehr Hinweise zu finden. Für den vorliegenden Fall von Pf. Pr. 17 kann ich also nur eine gefühlsmäßige Argumentation bieten, deren Ergebnis unter Datierung nachgelesen werden kann.
  Ich würde gerne im Laufe der Zeit soviele Übersetzungen wie möglich der Predigten anbieten, die keinen Eingang in die DW gefunden haben sowie derer, die bisher nur in der mhdt. Edition vorliegen. Pfeiffer Pr. 17 ist zumindest ein Anfang. Ich kann allerdings noch nicht sagen, wann ihr weitere folgen werden.

Vortrag
  Im Zusammenhang mit der Bearbeitung der Bibliographie bis 1900 las ich auch den Vortrag "Christliche Theosophie" von Friedrich Max Müller , den dieser in Glasgow im Rahmen der Gifford-Vorlesungen 1892 gehalten hatte und aus dem ich den Auszug wiedergebe, der Meister Eckhart zum Thema hat. Es war dies das erste Mal, dass Eckhart einem englischen Publikum vorgetragen wurde. Als Indologe und Übersetzer der ältesten Sanskrit-Texte (u.a. der Rigveda) ist Müller einer der bekanntesten Deutschen in Indien überhaupt, was das dortige Goethe-Institut veranlasste, sich "Max Mueller Bhavan" zu nennen. Was ich an dem Text schätze, ist seine klare Sprache, mit der Müller auch sehr umstrittene Punkte auf den Punkt bringt. So z.B. zu der bis heute leidigen Diskussion, ob Eckhart nun Mystiker oder "blosser Scholastiker" (Denifle) bzw. "Philosoph des Christentums" (Flasch) sei: "In den deutschen Schriften Eckharts, die zum ersten Mal von Pfeiffer (1857) herausgegeben wurden, findet das mystische Christentum oder, wie man es richtiger nennen könnte, das Christentum nach der Auffassung des Johannes seinen höchsten Ausdruck", womit gleichzeitig die besondere Beziehung der Predigerbrüder zu diesem Evangelisten angesprochen ist.
  Zur Widerlegung der das 19. Jahrhundert durchziehenden (und auch teilweise heute noch vertretenden) These, Eckhart sei Pantheist gewesen, führt er aus: "Die Welt ist nicht Gott, und Gott ist nicht die Welt. Das Sein der Welt ist von Gott, aber es ist verschieden von dem Sein Gottes. Eckhart nimmt in Wirklichkeit zwei Prozesse an, einerseits die ewige Schöpfung in Gott und andererseits die Schöpfung in Zeit und Raum. Diese letztere Schöpfung unterscheidet sich, wie er sagt, von der ersteren, wie ein Kunstwerk sich von der Idee desselben in dem Geiste des Künstlers unterscheidet." (Schöpfung ist Emanation). Dies nur zwei Beispiele aus dem Vortrag. Wer sich für alle Vorträge (gehalten zwischen 1888 und 1892) interessiert, die in der übersetzten Buchausgabe von 1895 enthalten sind, der kann diese online bei archive.org einsehen.

Varia VIII
(s. 10/2012 VII, 5/2012 VI, 4/2012 V, 3/2012 IV, 2011 III, 2010 II, 2010 I)

[7.4.13]