2015

Oktober 2015 (v6.95)

Allgemein
Varia VIII
Menü, Textzeugen
Hilfe - Browser, Register

Allgemein
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  Diesmal gibt es nur formale Änderungen. Ich überlege schon seit langem, aus dem starren Schema der vorgegebenen Rahmen (frames) auszubrechen, die ich seinerzeit eingerichtet habe, damit die Menümöglichkeiten immer innerhalb des sichtbaren Browserfensters zur Verfügung stehen. Die meisten Webangebote lösen das über ein meist horizontales Menü, dessen Untermenüs erst sichtbar werden, wenn man mit dem Mauszeiger über deren optische Repräsentation auf dem Bildschirm hinwegstreicht. Da ich aber noch nicht wirklich weiß, wie diese Website als Version 7 erscheinen soll, habe ich mir ein Experimentierfeld gesucht und das in den Textzeugen gefunden.
  Die bisherige Datei habe ich - schon, weil sie mir zu lang wurde - aufgelöst und auf die Orte, in denen sich die Handschriften zur Zeit befinden, aufgeteilt und in ein neues Unterverzeichnis Textzeugen verschoben. Jede neu entstandene Datei enthält das neue Menü und unterliegt nicht mehr der bisherigen "Rahmen-Ordnung". Der entscheidene Vorteil, dass die Textzeugen sich jetzt auf 95 Dateien verteilen (94 Orte und eine Datei DRUCKE), besteht darin, dass der Zugriff auf eine beliebige Hs. jetzt wesentlich schneller erfolgt. Die bisherige Textzeugen-Datei enthält nur noch die grundlegenden Informationen und die Verweise auf die Hss. und Drucke, nicht mehr die Beschreibung der Handschriften und Drucke selbst. Die Beschreibungen wurden unverändert übernommen, nur die Literaturangaben sind jetzt etwas ausführlicher.
  Das Menü ist durch die Seitenbeschreibungssprache css (Cascading Style Sheets) realisiert und bleibt immer als oberste Zeile stehen, so dass nach wie vor zu jeder Seite gewechselt werden kann (als Beispiel: Augsburg). Das Symbol wurde beibehalten und anstatt des linken Menüs erscheint (zumindest bei den Textzeugen) grundsätzlich eine Liste aller Hss., die nicht ausgeschaltet werden kann.

Varia VIII
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[15.10.15]

April 2015 (v6.95)

Predigten
Quaestiones
Textzeugen
Varia VII
Theisen und die Folgen
Alte Quaestionen neu ediert
Eine neue Handschrift
Collatio, Lat. Handschriften, Werkausgabe

Predigten
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  Loris Sturlese hat 2014 den ersten Band von Übersetzungen der deutschen Predigten Eckharts nach dem Ablauf im Kirchenjahr ins Italienische herausgegeben. Der Band enthält "Le 64 prediche sul tempo liturgico ", also 64 Predigten "de tempore". Weitere 55 "Prediche sul santi" sollen folgen. Jeder Predigt geht eine kurze Einführung voraus, die die vollständigen Textzeugen (Drucke und Handschriften) listet, gefolgt von einer "Inhaltsangabe" des jeweiligen Textes. Eine Erklärung für die Einordnung einer Predigt zu einem Termin wird nicht gegeben. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Predigt selbst. Angefügt sind zwei Konkordanztabellen: einmal die 119 Übersetzungen mit den entsprechenden Editionen von Quint und Steer (S. 907-911) und vice versa die Edition (bis S 116, wobei S 113 und S 114 nicht berücksichtigt sind) mit der jew. Nr. bei Sturlese (S. 911-915). Offensichtlich verfügt Sturlese über "Insiderinformationen", da S 111 bis S 116 noch nicht erschienen sind, was mir immerhin die Möglichkeit gibt, die beiden Predigten hier an der von ihm genannten Stelle einzureihen. Erstmals stellte Sturlese seine Liste der Predigten de tempore am 25. September 2003 im Rahmen der internationalen Tagung "Meister Eckhart in Erfurt" in seinem Abendvortrag vor (abgedruckt im dazu erschienenen Tagungsband 2005, S. 407f.), wobei die einzigen Änderungen (neben den genannten Prr. 111 und 116, die damals noch nicht bekannt waren) die Terminierung der Prr. Q 20a und Q 20b betreffen. Hatte er sie 2003 noch auf Gründonnerstag datiert, so ordnet er sie jetzt in Übereinstimmung mit Theisen auf den 2. Sonntag nach Dreifaltigkeit ein. Ansonsten weichen seine und meine Liste nur bei zwei Predigten voneinander ab: Q 38 sieht er im Quatembermittwoch im Advent, während ich mit Quint und Theisen eher Mariä Verkündigung favorisiere und Q 58 zählt Sturlese aufgrund des "Commune unius martyris" grundsätzlich zu den "Prediche sul santi" (bei ihm Nr. 101).
  Tatsächlich sind alle terminalen Zuweisungen nach wie vor mit vielen Unsicherheiten belastet und auch die Verweise auf das alte Dominikaner-Missale sind nicht sakrosankt. Hier fehlt weiterhin eine kritische wissenschaftliche Untersuchung. Quint hielt es für den ersten Band der DW nicht für notwendig, diesen Kontext mit einzubeziehen. Joachim Theisen lenkte 1990 mit seiner Arbeit erstmals das Augenmerk auf diesen Aspekt, die Predigten Eckharts in den Ablauf des Kirchenjahres einzuordnen, was bis heute von der Eckhartforschung nicht wirklich goutiert worden ist - geschweige denn, dass ihm dafür gedankt worden wäre. Ich habe aufgrund seiner Überlegungen und den damals veröffentlichten Aussagen Quints und Kochs im Jahr 2001 erstmals versucht, eine Übersicht der Predigten nach dem Kirchenjahr anzulegen. Bis dahin war das in der Eckhart-Literatur kein Thema gewesen, aber auf der Eckhart-Tagung in Erfurt 2003 war es plötzlich eins. Leider ist seitdem nichts wesentlich Neues hinzugekommen, d.h. die Einordnung vieler Predigten Eckharts ins liturgische Kirchenjahr ist nach wie vor offen.

Quaestiones parisienses
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  Quaestiones Eckharts sind in zwei Handschriften überliefert, Avignon MS 1071 (Sigle A) - 1.-3. Quaestio - und Rom, Cod. Vat. Lat. 1086 (Sigle V) - 4.-9. Quaestio.
  Die Quaestiones aus der letzteren Hs. erschienen in gedruckter Form bereits 1927 in einem längeren Beitrag von Martin Grabmann, Neu aufgefundene Pariser Quaestionen Meister Eckharts ..., S. 101-120, wobei er die jetzt 6.-9. Quaestio als "zweifelhafte Quaestionen" anführte (S. 115-120), "weil er erfuhr, daß Auguste Pelzer erhebliche Zweifel an der Echtheit dieser Quaestionen anmeldete. Noch entschiedener äußerte sich Bernhard Geyer: 'Die sich an diese [die 5.] anschließenden Quaestionen ... sind nicht als Eigentum Eckharts zu betrachten. Auf f. 222v findet sich nämlich oben links die Angabe eines neuen Magisters, die zwar durch Rasur fast vollständig getilgt ist, an deren Existenz aber nicht gezweifelt werden kann'. Dieselbe Meinung vertrat Raymond Klibanski..." (Sturlese, LW 1,2, S. 456).
  Der Herausgeber der Lateinischen Werke: Erster Band, zweiter Teil (der jetzt vollständig vorliegt), Loris Sturlese, widmete sich diesen vier Quaestionen bereits 2011 in der 7.-9. Lieferung mit einer ausführlichen Einleitung zur Thematik (S. 455-460). Ediert sind sie auf den S. 461-469 unter teils von Grabmann abweichenden Titeln (Link zum Grabmannschen Text):

  1. Utrum omnipotentia quae est in deo debeat attendi secundum potentiam absolutam vel secundum potentiam ordinatam (S. 461f.; f. 222va; 6. Quaestio)
  2. Utrum essentia divina esset actualior quam proprietas (S. 463-465; f. 222vb-223rb; 7. Quaestio)
  3. Utrum diversitas esset realis vel rationis (S. 466-468; f. 223rb-vb; 8. Queastio)
  4. Utrum differentia secundum rationem sit prior quam differentia secundum rem (S. 469; f. 223vb-224ra; 9. Quaestio)
  Alle Quaestionen sind auf 1312/14 datiert. Die Übersetzung erschien in der 10.-13. Lieferung 2015 , S. 717-726.

Textzeugen
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  Nach einer Mitteilung von Nemes findet sich Pf. Tr. 18 - hier unter dem 'Titel': "Hie folget daz ewangelium in principio, daz sant Johannes der zwelfpot und ewangelist schreybet mit der hohen vernünftigen außlegung" (Beifuss, S. 204) - auch in der Hs. Eichstätt, Diözesanarchiv, Ordinariatsbibliothek, Ms 55, 89vb-100vb (vgl. Handschriftencensus ). Ich habe die Handschrift unter der Sigle Ei4 mit aufgenommen, wodurch die Anzahl der Textzeugen auf 448 (440 Handschriften und 8 Drucke) angewachsen ist. Pfeiffers Traktat Nr. 18 ist damit aus drei Handschriften bekannt, wobei nach Beifuss Ei4 die Vorlage für München, cgm 215 (M22) darstellt, während Pfeiffer seinen Text Stuttgart, Cod. theol. et philos. 2° 155 (St3) entnahm. Denifle hatte bereits 1877 darauf hingewiesen, dass der Text nicht von Eckhart stammt, weil der entscheidene Satz "Und dar umbe spriche ich, meister Eckehart..." von Pfeiffer falsch gelesen worden war, da die entsprechende Passage (St3, f. 299ra) tatsächlich heißt: "Und dar umb spricht maister Egkhart...". Dieser Satz ist in M22 (Denifle bereits bekannt) nicht enthalten (Das Buch von geistlicher Armuth..., München, Huttler, 1877, S. II).

Varia VII
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[22.4.15]

März 2015 (v6.95)

Geburtstag
Taulerdrucke
Textzeugen
15 Jahre
Änderungen
Eine wiederentdeckte Handschrift

Geburtstag
(s. 2010, 2005)
  Und wieder sind fünf Jahre vergangen, 5 Jahre, die vor allem den Textzeugen gewidmet waren. Waren Anfang des Jahres 2010 370 Textzeugen verzeichnet (362 Hss. und 8 Drucke), so ist die Anzahl auf mittlerweile 440 gestiegen. Die Entwicklung kann in den Einträgen der archivierten Jahresdateien nachgelesen werden. Ein weiteres Thema war die Bearbeitung der Predigten zum Paradisus anime. Erweitert bzw. neu aufgenommen wurden die Prr. 7, 9, 19, 20b, 32 und 33 sowie Quint 2, 5a/5b und 52, wobei bis auf die letztgenannte für jede Predigt eine Chronologie der Hss. sowie ein Textbestands-Diagramm bzw. eine Filiation erstellt wurde. Außerdem wurde noch Pfeiffer Pr. 17 mit aufgenommen. Leider kam die Arbeit daran aufgrund der Bearbeitung der Textzeugen und vor allem aufgrund der Arbeit an der Bibliographie vorerst zum Erliegen.
  Hinzu gekommen ist auch eine ausführliche Übersicht über die Taulerdrucke, wobei mir bzgl. des Frankfurter Taulerdrucks von 1826 ein Fehler unterlief, da ich ihn irrtümlich Julius Hamberger zuschrieb (s. unten).
  Den überwiegenden Teil der Arbeit machte jedoch die Bibliographie (s. 2011, 2013) aus, die ich seit 2010 zunächst für die Website der Meister Eckhart Gesellschaft erstellte (1995 bis heute) und mit deren Vervollständigung bis zurück ins Jahr 1329, als die Bulle In agro dominico veröffentlicht wurde, ich nach wie vor beschäftigt bin. Dies wird mich voraussichtlich auch noch die nächsten Jahre auf Trab halten.
  Vor allem aufgrund der Entwicklung der Textzeugen waren auch ständige kleinere Korrekturen bzw. Erweiterungen notwendig wie die Bearbeitung der Eckhart-Ausgaben, die Literaturliste, die Legenden usw. usf. All die Änderungen können in den archivierten Dateien und den Versionen nachverfolgt werden.
  Anhand der Aufrufstatistik (aktualisiert bis Dez. 2014) wird deutlich, dass in den 15 Jahren seit Bestehen von eckhart.de die Website von über 2,5 Millionen Besuchern aufgerufen wurde. Vor 10 Jahren hatte ich zum 5. Geburtstag darauf hingewiesen, dass eine Spende jederzeit willkommen ist. Daraufhin hat 1 Besucher 50 Euro überwiesen. Dabei ist es bis heute geblieben ...!
  Ich habe soeben spaßeshalber mal den "Wert" von eckhart.de "ermitteln" lassen. Dieser reicht von 266,73 (webseitenwert.de ) über 476,70 (domaincheck24.de ), 919,67 (urlm.de ), 2.600-3.100 (adresso.de ) bis zu 6.768 (adressio.de ). Was von derartigen Werten zu halten ist, beschreibt "Cujo" auf webmeister-zentrale.de . Zum Vergleich die "Werte" für meister-eckhart-gesellschaft.de: 172,69 (webseitenwert), 355 (adressio), 369,58 (domaincheck24), 442,56 (urlm), 760-880 (adresso).

Taulerdrucke
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  Wie bereits festgestellt, hatte ich Julius Hamberger irrtümlich als Verfasser des Frankfurter Taulerdrucks von 1826 identifiziert. Da dies nun in der Datei zu den Taulerdrucken durchgehend behauptet wird, habe ich einen Hinweis am Anfang der Seite platziert und die Einträge in der Literatur und bei Wirkung geändert. Außerdem wurde der Frankfurter Taulerdruck von 1670 inzwischen digitalisiert, wobei sich herausstellte, dass dieser zusätzlich zum Text "Von Abgeschiedenheit" auch Pfeiffer Spruch 66 enthält. Ich habe den Druck in den Taulerdrucken mit aufgenommen und die Einträge in den Textzeugen und bei den Legenden entsprechend aktualisiert.

Textzeugen
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  Wieder einmal hat sich Balázs J. Nemes gemeldet und mitgeteilt, dass es ihm gelungen ist, die verloren geglaubte Handschrift Gießen (Pfeiffers Nr. 15 - Gi2) wieder aufzufinden. Er identifiziert sie mit Eisenach, Bibl. der Wartburg-Stiftung, Ms. 1361-50 (s. Handschriftencensus ). Ein Fundbericht ist in Arbeit. Sobald dieser vorliegt, werde ich die Angaben aktualisieren können.
  Im Forschungsprojekt "Predigt im Kontext" sind die Hss. B11, Lo4, M12, M13 und M29 bearbeitet worden. Diese habe ich verlinkt und in dem Zusammenhang auch Erlangen bearbeitet sowie zwei Einträge zu Strauch und Wilhelm (s. Eckhart-Ausgaben) bei der Literatur zu den Textzeugen.
[15.3.15]