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Niuwer dinge fröuwet sich
ein ieglich man: sô tuon ouch ich.

Freidank, S. 154/155
Auf Neuigkeiten freuet sich
ein jeder Mensch, gerad' wie ich.
Freidank 119,2
[30.11.04]

Juni 2025 (v6.97)

Eckhart-Ausgabe
Forscher
Varia X
Ein Geburtstagsgeschenk
Pahncke, Pfeiffer
Sidemap, Werk, Wirkung

Leseprobe
Eckhart-Ausgabe

Zur Feier des 25. Geburtstages von eckhart.de (die erste Ausgabe erschien am 17.3.2000) gestatte ich mir erstmalig Werbung - und zwar in eigener Sache.
  Nach einer schon länger zurückliegenden Idee wollte ich dieses Jahr eigentlich einen Band mit allen Beiträgen, die unter dem Titel "Eckhartiana" zwischen 1937 und 1940 erschienen waren, in einer sauberen, kommentierten Ausgabe unter Beifügung zweier Fachbeiträge neu herausgeben. Der erste Artikel mit dem Titel "Eckhartiana" erschien 1937 von Otto Karrer in der Theologischen Revue, der darin die ersten Lieferungen der "deutschen" Edition, das dritte Faszikel der "Opera latina" sowie zwei weitere Ausgaben besprach. Erich Seeberg, seinerzeit Herausgeber der Zeitschrift für Kirchengeschichte (ZKG), veröffentlichte im gleichen Jahr "Eckhartiana I". Alle weiteren Artikel erschienen nun ebenfalls in der ZKG. Abgeschlossen wurde die Reihe 1940 von B. Peters mit "Eckhartiana VII". Alle Texte können online eingesehen werden: einmal als PDF der ZKG (bzw. der Bilder bei Karrer) und in meiner Textbearbeitung.
  Der für mich wichtigste Beitrag stammt von Ernst Reffke: "Eckhartiana IV. Studien zum Problem der Entwicklung Meister Eckharts im Opus tripartitum" (1938), den ich gerne von einem Fachmann bespochen bzw. eingeordnet gehabt hätte. Das wäre dann sozusagen die "lateinische Seite" gewesen. Und da es in fünf der acht Eckhartiana auch um die Stuttgarter Edition geht, lag es nahe, damit die "deutsche Seite" von einem Fachmann beleuchten zu lassen, wobei mich persönlich zum einen die Geschichte der beiden Editionen (Kohlhammer und Meiner) und zum anderen die Auseinandersetzungen zwischen Josef Quint und Max Pahncke interessierten. Als ich mich bezüglich der Rechte an den Verlag der ZKG, Kohlhammer, wandte, hieß es, da müßte ich mich an die Nachfahren der Autoren wenden. Also schrieb ich die Standesämter an und erhielt so u.a. die Sterbeurkunde Pahnckes. Leider erhielt ich von den anvisierten Fachleuten Absagen, aber was die Idee tatsächlich zum Absturz brachte, war die Tatsache, daß Kohlhammer inzwischen alle Ausgaben der ZKG für jeden einsichtig digital zur Verfügung stellt (online ).
  Damit hatte sich zwar die Idee erledigt, aber das Interesse am Thema der Edition war ja noch da. Also recherchierte ich und fand neben neueren literarischen Bearbeitungen das Bundesarchiv . Hier werden in Berlin-Lichterfelde die Akten der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufbewahrt, unter deren Ägide die Eckhart-Ausgabe überhaupt erst möglich wurde. Außerdem befindet sich dort ein Ordner der Reichsschrifttumskammer, der die Korrespondenz Felix Meiners, des Herausgebers der Magistri Eckardi Opera Latina, aus den Jahren 1935 und 1936 enthält, was umso wertvoller ist, als das Archiv des Meiner-Verlags im Dezember 1943 den Flammen zum Opfer fiel. Aus diesen und anderen Unterlagen (wie z.B. Rezensionen oder Artikel in Tageszeitungen) ergibt sich insbesondere für die Jahre 1932 bis 1943 ein Einlick in die damaligen Abläufe, Diskussionen und Auseinandersetzungen sowie den Fortgang der Ausgabe jeweils aus den Perspektiven der daran beteiligten Personen.
  Ich habe nun das verfügbare Material gesichtet, ausgewählt und zu einem chronologischen Ablauf (unter Einbeziehung einiger herausragender politischer Ereignisse) zusammengestellt. Ein Prolog behandelt den Zeitraum 1294 bis 1931 und ein Epilog den von 1944 bis heute. Beigegeben sind fünf Anhänge:
I. "Niederschrift einer Besprechung in der Notgemeinschaft am 14. Juli 1933 über die wissenschaftliche Erschließung der Schriften des Meisters Eckhard", der konstituierenden Sitzung der Eckhart-Kommission.
II. Der erste Prospekt des Verlags Kohlhammer vom Januar 1935, der insbesondere bei Meiner für Protest sorgte, was zu einem Treffen führte, dessen
III. "Protokoll über die am 19. Februar 1935 nachmittags 4 Uhr in der Reichsschrifttumskammer stattgefundene Besprechung betr. die Eckhart-Ausgaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Verlages Felix Meiner" hier wiedergegeben ist.
IV. Im April 1935 veröffentlichte Meiner seine "Zehn Punkte zur Eckhart-Ausgabe", hier wie der Prospekt in Kopie, und
V. die „Remarques sur la méthode employée par l’édition des oeuvres de Maître Eckhart sous le patronage de la "Forschungsgemeinschaft"“ vom Herbst 1936 in der Abschrift von Koch, die hier - soweit ich das sehe - erstmals abgedruckt werden. In den anonymen "Remarques" versuchen Klibansky und Théry den Nachweis zu führen, daß Koch, Geyer und vor allem Seeberg aus den drei Faszikeln der MEOL abgekupfert hätten.
Beigegeben ist auch ein Register aller Personen sowie sämtlicher Einträge.
  Die Herausgabe dieses Bandes hat mir viel Freude bereitet, vor allem, als hier ein Mann sichtbar wird, den man in der Literatur vergeblich sucht: Karl Griewank von der DFG. Seine Rolle war zunächst die des Koordinators der Bearbeitungen in Berlin (Christ, Seeberg, Weiß), Bonn (Geyer, Quint), Breslau (Koch) und Marburg (Benz). Wichtiger aber war er als Ansprechpartner zum einen für die Stipendien und Bezüge der Mitarbeiter und zum anderen als Mediator bei Streitigkeiten oder den teils handfesten Auseinandersetzungen besonders zwischen Pahncke und Quint. Und schließlich ist auch sein Einfluß auf die inhaltliche Gestaltung der Edition nicht zu unterschätzen, was sich beispielhaft in diesem Schreiben an Koch vom 23. Mai 1936 äußert:
  „Bei der Durchsicht der letzten Korrekturfahnen der Eckhart-Ausgabe fielen mir gestern die Ausführungen von Professor Geyer über den Inhalt der Quaestionen auf. So wertvoll diese Ausführungen zweifellos für das Verständnis der Quaestionen und für die weitere Forschung sein werden, so scheint es mir doch grundsätzlich bedenklich, innerhalb der Ausgabe derartigen interpretierenden Untersuchungen Raum zu geben, die notwendigerweise im Ergebnis von anderer Seite bestritten oder mindestens in starkem Maße diskutabel sein werden (..) und das kann nicht der Sinn der Gemeinschaftsarbeit in unserer Ausgabe sein. Ich empfehle vielmehr, daß die Ausgabe wie bisher auf die Darbietung der Werke und die dazugehörigen textkritischen und literargeschichtlichen Erörterungen beschränkt bleibt (..) Aber wie Sie selbst früher Wert darauf legten, daß die Ausgabe nicht der philosophischen und theologischen Interpretation dienen könne, so müssen wir gegenüber eingehenden interpretierenden Ausführungen grundsätzlich eine Grenze ziehen, um den Charakter der für die gesamte Forschung bestimmten Ausgabe zu wahren.“
  Der Band ist bei Quiqueg erschienen und kann z.B. dort online für 25,- Euro zzgl. Porto und Verpackung oder bei dem Buchhändler des Vertrauens bestellt werden.
[25.6.25]

Forscher

Neu hinzugekommen ist eine Biographie zu Max Pahncke, zu dem es bisher im Internet nur einen Beitrag im Magdeburger Biographischen Lexikon aus dem Jahr 2005 gab, dort allerdings ohne Angabe eines Todesdatums. Aufgrund der inzwischen verworfenen Idee (s. oben) schrieb ich im Frühjahr das Standesamt in Hannover an und erhielt eine Kopie der Sterbeurkunde. Einen großen Teil der Biographie nimmt Pahnckes Auseinandersetzungen mit Quint ein, mit dem er seit 1936 wiederholt aneinander geriet, was sich dann bis zu seinem Tod hinziehen sollte.
  Nicht neu, aber erheblich erweitert habe ich den Eintrag zu Franz Pfeiffer vor allem anhand der umfangreichen Biographie von Karl Bartsch aus dem Jahr 1870. Dem Band ist auch das Foto entnommen.
  Hinzugefügt sind auch Fotos von Erich Seeberg und Konrad Weiß und alle Links überprüft.
[25.6.25]

Varia X
(weitere Beiträge s. Archiv)

[7.7.25]

Dezember 2024 (v6.97)

Textzeugen
(weitere Beiträge s. Archiv)

Durch die Beschäftigung mit den Eckhart-Legenden (Sept./Okt.) und Hartwig von Erfurt (Okt./Nov.) und den damit verknüpften Textzeugen ergab sich für mich folgerichtig eine vollständige Überprüfung aller Drucke und Handschriften vor allem bezüglich ihrer "äußeren" Gestalt, d.h. vorrangig der Orte, der Signaturen, des Umfangs, der Abmessungen, der Zeit, der Links und der Frage, ob mittlerweile ein digitales Exemplar verfügbar ist. Es war dies die erste umfassende Überprüfung seit Erstellung der Textzeugen im Jahr 2008.
  Dank Hopf konnten die Hs. Brügge, Cod. 408 und Berlin, mgf 823 (B49) aufgrund nicht relevanten Inhalts entfernt werden, wobei letztere ebenfalls dank Hopf durch Berlin, mgf 863 (B49) ersetzt werden konnte. Hinzu kommen durch ihn außerdem die Hs. Lüttich, ms. 321 A (Lü1) sowie die Drucke Frankfurt, Lucas Jennis, 1621 (FT; der bisher unter dieser Sigle aufgeführte Frankfurter Druck von 1670 jetzt FT2) und Leipzig, Melchior Lotter, 1505 (LH), den ich zwar schon angesprochen (2012), aber noch nicht aufgenommen hatte. Hartwig von Erfurt verdanken wir (stellvertretend für viele möglichen Hss.) die beiden neuen Hss. Karlsruhe, Cod. Donaueschingen B II 1 (Ka13) und Leipzig, Ms. 761 (L6).
  Im Zusammenhang mit der Überprüfung habe ich mir dann auch die Nachträge zu DW IV (DW 4,2, S. 1271-1292) angesehen und den Halberstädter Taulerdruck, Lorenz Stuchs, von 1523 (HsT) mit aufgenommen und schließlich den Eintrag zum Baseler Taulerdruck in die Ausgaben 1521 (BT) und 1522 (BT2) aufgeteilt. Damit ist die Anzahl der Drucke von bisher acht auf zwölf gestiegen (wenn es nach Hopf ginge, müßten die Drucke noch um den niederländischen Taulerdruck von 1565 - s. Drucke bis 1565 - und einige andere erweitert werden) und die Anzahl der Handschriften von 444 auf 445, da ich den Wolfenbütteler Codex Guelf. 311 Helmst., den ich im April 2019 als Wo6 aufnahm, Anfang des Jahres zu den Handschriften der Bulle In agro dominico verschoben hatte.
  Was die Überprüfung selbst betrifft, so haben zwei Handschriften den Standort gewechselt: Bra1 befindet sich seit dem 8. Oktober 2024 in Berlin und We ist aus Utrecht wieder nach Weert zurückgekehrt. Mit dem Standortwechsel gehen auch neue Signaturen einher. Diese sind in den Online-Katalogen und den digitalen Beschreibungen oft unterschiedlich, wobei gern auf das vorangestellte Cod., Ms. etc. verzichtet wird. Auch die grundsätzlichen Angaben zu Umfang, Abmessungen und Zeit gehen teils weit auseinander (beispielhaft Paris, Néerlandais 37 [P3] und Néerlandais 40 [P4]).
  Besonderes Augenmerk widmete ich der digitalen Bibliothek. Diese ist in den letzten 10 Jahren um mehr als das Dreifache gestiegen, von 70 auf 241. Alle Drucke sind beteiligt und knapp die Hälfte der Handschriften. Zwei weitere, lateinische Handschriften (neben den Erfurter Hss. CA 2° 181 [E] und CA 2° 321 [F], die durch den Wegfall der deutschen Webpräsenz der MEG jetzt nicht mehr erreichbar sind), den Baseler Codex B VI 16 [K] und den Wolfenbütteler Cod. Guelf. 311 Helmst. [ohne Sigle] mit einer (halben) deutschen Übersetzung der Bulle, sind als Digitalisate verfügbar. Die Links dazu sind unübersehbar. Man muß nur auf das Bild klicken.
  Anhand der Digitalisate konnte ich auch weitere Nachweise auf in den DW edierten Predigten und in den Eckhart-Ausgaben (v.a. Pfeiffer) aufgeführten Texten führen (s. ), die nicht auf die Literatur verweisen, sondern direkt referenziert werden (Digitalisat, S.; Digitalisat, Scan; Dig. Scan usw.) mit der jeweiligen Bildnummer. Hier öffnet sich ein weites Feld zukünftiger Bearbeitungsthemen.
[22.12.24]

November 2024 (v6.97)

Hartwig von Erfurt

In der 92. Predigt der Frankfurter Handschrift Ms. germ. qu. 3 (Sigle F; F1) nennt sich der Verfasser: "Als ich drey namen han man heizzet mich brüder vnd heinrich vnd von ertfürd. Dise namen bennen niht mein wesen, sünder sie geben ze versten mein auswendig weis ..." (f. 219v; Spamer, Diss., S. 123). Auch A (Au1; f. 203va) und D (f. 166vb) - Spamer noch unbekannt - überliefern "den Namen Heinrich, ebenso N2 (Nürnberg, Stadtbibl. Cent VI, 53, f. 164v: von der ler pruder heinrichs von erdfürd)" (Spamer, S. 124).
  In der dem liturgischen Ort entsprechenden 19. Predigt der Münchener Handschrift Cgm 636 (Sigle C; M6) heißt es: "Ich habe drey namen; wenn man heisit mich brudir vnd ouch von Erfort vnd ouch heist man mich hartung; vnd dese namen alle benennen mir nicht mein wesin ..." (f. 97va; Spamer, Diss., S. 130). Ebenfalls Spamer noch nicht bekannt war die Hs. Wrocław I F 371, die ebenfalls die Form Hartunk hat (87va; Mertens, S. 83).
  1919 erschien ein Artikel von Jakob Werner, der seine Beschreibung der Zürcher Handschrift Car C 98 (Z) mit "Hartwaig (Hartung, Heinrich) von Erfurt, Collationen" (in: Aus Zürcher Handschriften, S. 8-41) überschrieb und aus f. 98v zitierte: "als ich han dri namen, wan man haiset mich Brůder von Erfurt und Hartwaig" (S. 9). 1978 stellte Mertens dann fest: "aus einer omd. Form Hartwich oder Hertwich lassen sich sowohl obd. Hartw(a)ig und dann Hartung wie auch Heinrich ableiten, was umgekehrt schlecht möglich ist" (Hartwig, S. 84).

Was das Werk des Hartwig angeht, so gibt die folgende Tabelle einen Überblick anhand der Angaben Spamers von 1910, Mertens und seinen Einteilungen aus dem o.a. Artikel von 1978, seinem Eintrag im Verfasserlexikon von 1981 sowie seine Ergänzungen in einem weiteren Artikel aus dem Jahr 1984. Hinzu kommen weitere Handschriften, die seitdem in Katalogen beschrieben wurden, soweit sie im Handschriftencensus und im Handschriftenportal verzeichnet sind. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
SiglenHandschriftUmfangZeitQuelle 1Jahresteilenthält 2Digital

a) Postille
AAu1Augsburg, 2° Cod. 1501ra-386vb1433(2) (3) (4)ganzjährigs. Hs.-
Be1Berlin, mgf 1151169 Bll.15.(3: Be) (4)Winter (1. Adv. - 4. So. n. Ostern)1.-9. ?-
DKa13Karlsruhe, Cod. Donaueschingen B II, 11ra-320vb1451(2) (3) (4)ganzjährig1.-19. ?BLB
FF1Frankfurt, Mgq 314r-393v1. V. 15.(1) (2) (3) (4)ganzjährigs. Hs.UBGU
KKö1Königsberg, Hs. 8961ra-155vb2. H. 14.(1) (2) (3) (4)ganzjährigs. Hs.-
MMünchen, Cgm 2866ra-400va2. H. 15.(3) (4)ganzjährig1.-19. ?-
RM33München, Cgm 2221ra-173va3. V. 15.(1) (2) (3) (4)Winter (1. Adv. - Ostern)s. Hs.BSB
ZZürich, Cod. Car C 981r-169vvor 1419(2) (3) (4)ganzjährig (bis 25. S. n. Pf.)1.-14. ?-

b) Plenarien

I. Postille Heinrichs von Erfurt
Breslau, Cod. I F 5361ra-45ra, 52ra-388rb~ 1430(5) (6)1. Teil: Adv. - Ostersamstag1.-8. ?BCUW
B1Breslau, Cod. I F 371Bl. 1-260M. 15.(2) (3) (4) (5)2. Teil: Ostersonntag - 11. Sonnt. n. Trinit.9.-11. ?BCUW
B2Breslau, Cod. I F 5641-138b14./15.(2) (3) (5)3. Teil: 11. Sonnt. - 24. Sonnt. n. Trinit.12.-14. ?BCUW
B3Breslau, Cod. I F 5681ra-474vbM. 15(2) (3) (5)Aschtag - Samst. n. d. 4. Sonnt. n. Quadrages.-BSUW
CM6München, Cgm 6361vb-452rb1421(1) (2) (3) (4)Sommer (ab Ostersonntag)s. Hs.-
W1W3Wien, Cod. 284525va-253vb5. F. 14.(1) (2) (3) (4)Winter (1. Adv. - Ostersamstag)s. Hs.ÖNB
Wien, Cod. 30637va-275va1457(6)ganzjährig (1. Adv. - ?)?-

II. Friedrich der Karmeliter (58 Texte aus Plenar I, 5 davon aus der Postille)
Be2Berlin, mgf 1301r-334v2. V. 15.(4)ganzjährig?-
DiDillingen, cod. XV 781ra-330vb4. V. 15.(4)Winter (1. Adv. - 2. Fastensonntag ?)1.-5. ?-
SStraßbourg, Ms 17??(4)??-
(W3)Wien, cod. 30571-447ra1420-30(1) (4: W2) (8)ganzjährig (1. Adv. - 25. S. n. Pfingsten)2., 4., 7. ?-

c) Traktatsammlungen (nicht im liturgischen Rahmen)
N1N3Nürnberg, cod. Cent IV 3719r-86v, 92r-93r~ 1400(3)45 Texte der Postilles. Hs.StB
N2Nürnberg, cod. Cent VI 5393r-168r1. H. 15.(1) (3) (4)18 Postillentextewie N1 ?StB
N3N1Nürnberg, cod. Cent IV 4061va-62rb, 65ra-65vb2. H. 14.(3) (4)31. + 32. Pr. (Postillenvorlagen)s. Hs.StB
OOOxford, Laud. misc. 4798v, 45v, 50v, 74v2. V. 14.(4)4 Postillenvorlagens. Hs.DB
SgSt. Gallen, Cod. Sang. 969S. 7-33 ?2. V. 15.(3) (4)Vier Predigten ??e-cod.

Auszüge aus Postille (und Plenar) (Predigtnr. nach Spamer)
B25Berlin, mgq 1929191v-195r3. D. 15.(7)72. Predigts. Hs.-
Karlsruhe, Cod. Donaueschingen 18714ra-16ra~ 1455(7)16. Predigt-BLB
Hss. des "großen Tauler" (z.B. M27, St7)--(1)118. Predigt--
HHoffmannsches Fragment: Berlin, mgf 736/25,262 Längsstreifen14. / 15.(1) (3)73. + 74. Predigt (fragm.)-DS
München, Cgm 67?~ 1475-80(3)Winter (15.+16. Predigt; in beiden)?MDZ
München, Cgm 68?n. 1466(3)Sommer (weitere 4 Texte aus CW1-Plenar)?MDZ
München, Cgm 84144r-53v1449(1)22. Predigt-MDZ
N2Nürnberg, Cod. Cent. VI, 46h155r-v, 144v-147v+152r-v1461(1)29., 31. + 165. Predigt (fragm.)s. Hs.StB
TTr2Trier, Hs. 627/1525 8°198r-199r~ 1500(6)20. Predigts. Hs.
Weimar, Cod. Quart 5139v-44v1470(7)(4 Texte ?)?DS
W2Wien, Cod. 15315 (Fragment)1ra-2vb2. H. 14.(1) (3) (9)82.-84. Predigt--

Weitere
Leipzig, Ms 7391ra-184raE. 14.(10)Winter (1. Adv. - Sonnab. v. Palmsonnt.)3. ?UBL
L6Leipzig, Ms 7613ra-332vb1471(10)ganzjährig1.-6.,8.-19. ?-
Leipzig, Ms 906181r-236r1447-66(10)1. Adv. - 3. Sonnt. n. Epiph.1.-4. ?UBL

Literatur, DW und Pfeiffer

1

(1) Spamer, Diss., 1910, S. 123-127, 130-135, 137-236
(2) Mertens, Hartwig, 1978; (3) Mertens, ²VL 3/11, 1981/2004; (4) Mertens, Theologie, 1984

(5) Göber, Kataloge, 1920-40, Bd. 3, Bl. 404 (Bild 177) (B0); Bd. 2, Bl. 146 (Bild 150) (B1); Bd. 4, Bl. 438 (Bild 21) (B2); Bd. 4, Bl. 443 (Bild 26) (B3). Laut Katalog zu B1 handelt es sich um 3 Teile eines "Deutschen Meßbuches". Die Teile 2 und 3 von gleicher Hand.
(6) Handschriftencensus ; (7) Handschriftenportal (8) Haupt, Mystiker II, 1879, S. 302-329 (Inhalt)
(9) Haupt, Mystiker II, 1879, S. 286-291, 295-298 (Textabdruck) (10) Pensel; Stahl, Handschriften, 1998, S. 64-69 (L1); 79-99 (L2); 119-125 (L3)

2

In den Predigten (Nrr. bezogen auf Spamer; ausführlicher s. F1):

1. 1, 2, 5, 6, 8, 15, 26: Pf., Traktat VIII
2. 10 (4. Advent): Pf. Pr. 111 (Nachtragspredigt)
3. 11 (Mittw. n. d. 4. Adv.): Quint, Pr. 34
4. 20 (1. Sonnt. n. Weihnachten): Zitat aus Pf., Pr. 57, S. 181,29-182,1
5. 31 (Mi. n. d. 3. Sonnt. n. Epiphanie): Pf., Liber positionum Nr. 155
6. 37 (Mi. n. d. 5. Sonnt. n. Epiphanie): Pf., Pr. 103
7. 64 (Palmsonntag): Eckhart zugeschriebener Spruch (Jundt 10 [= Quint, Pr. 59], S. 265,4-15
8. 65 (Karfreitag): 1. Teil von Quint, Pr. 20b
9. 78 (3. Sonnt. nach Ostern): Quint, Pr. 70
10. 101 (Fr. nach Fronleichnam): Pf., Pr. 54

11. 105 (3. Sonnt. n. Pfingsten): 2. Teil von Quint, Pr. 20b
12. 137 (Fr. n. d. 13. S. n. Pf.): Zitat aus Quint, Pr. 16b
13. 148 (Mi. n. d. 17. S. n. Pf.): Maister Eckart spricht ...
14. 165 (1. Tim. 1,5): Pf., Pr. 54
14. 168 (Rom. 14,1): Pf., Lib. positionum Nrr. 133-136, 138
16. 169 (24. Sonnt. n. Pfingsten): Pf., Pr. 77
17. 170 (Rom. 8,24 ?): Pf., Lib. pos. Nr. 147
18. 174 (Eccli. 24,12): Pf., Lib. pos. Nr. 148
19. 175 Quint, Pr. 8

Angesichts dieser Fülle an Handschriften solte man meinen, daß ich sie bzgl. der Eckhart- und Pfeifferschen Texte alle mit aufnehmen könnte. Dem ist leider nicht so. Wie die Untersuchung Spamers zeigt, kann man anhand des Auftretens zweier Predigten zum gleichen liturgischen Anlaß nicht davon ausgehen, das beide auch den gleichen Textinhalt aufweisen. Und bis auf zwei Ausnahmen beschränken sich die Kataloge darauf, anzugeben, daß es sich um Texte des Hartwig handelt - und es hilft auch nicht wirklich weiter, wenn Schneider im Katalog zu München, Cgm 286 angibt, diese Hs. sei übereinstimmend mit der Frankfurter (S. 241). Den Bezug zu den Spamerschen Predigtnummern stellen nur Pensel und Stahl für die Leipziger Hss. (1998) und Katrin Sturm für den Donaueschinger Codex B II,1 (2020) her (s. HSP ). Obwohl auch hier trotz aller Übereinstimmungen keine Gewähr vorliegt, das die Texte inhaltlich übereinstimmen, habe ich die letztere Hs. sowie Leipzig, Ms 761 in die Textzeugen mit aufgenommen. Sicherheit würde hier die Untersuchung der Codizes bringen, aber zum einen stehen digitale Kopien nicht für alle Texte zur Verfügung und zum anderen fehlt mir dafür einfach die Zeit.

Eine andere, wünschenswerte Variante wäre natürlich eine Edition, die jedoch bis heute auf sich warten läßt. Dem Editionsbericht des Handschriftencensus zufolge läuft diese bereits seit 1979, also seit aktuell 45 Jahren und bis auf gelegentliche Anmerkungen wie z.B. von Bushey im Katalog zur Trierer Hs.: "eine Edition der Postille erscheint in der Reihe DTM" (1996, S. 51) verläuft diese weitgehend geräuschlos, weshalb Sturm lapidar anmerkte: "moderne Edition fehlt".
[2.12.24]

Oktober 2024 (v6.97)

Eckhart-Legenden
Textzeugen
Michael Hopf, Mystische Kurzdialoge
Kölner Taulerdruck, Links

Eckhart-Legenden
(weitere Beiträge s. Archiv)
2019 erschien die Arbeit von Michael Hopf, Mystische Kurzdialoge um Meister Eckhart. Editionen und Untersuchungen, die sich erstmals ausführlich mit den "Eckhart-Legenden" (Pfeiffer Sprüche 67-70) sowie dem Spruch 66 beschäftigt, wobei Hopf den 1914 durch Joseph Bernhart eingeführten und seitdem tradierten Begriff "Legenden" mit guten Gründen ablehnt und ihn lieber durch "Kurzdialoge" allgemein bzw. in diesem Fall "mystische" Kurzdialoge ersetzt sehen möchte.
  Hopf konnte bei dieser Arbeit auf die von mir (hauptsächlich) 2012 erstellten Tabellen der Drucke und Handschriften zurückgreifen, die ich aus der Literatur recherchiert hatte. Durch seine Einsicht in die Textzeugen konnte er dabei endlich Ordnung vor allem in die Überlieferung der Sprüche 66 und 67 bringen (wofür ich ihm sehr dankbar bin), die er in sechs Varianten des "armen Menschen" und einen "Vader-Discipel-Dialog" aufgliederte (s. nebenstehenden Überblick).
  Im einzelnen:
  • Meister Eckharts Tochter (Spruch 69; Hopf, S. 57-133): Hier stimmten die Angaben bis auf den Frankfurter Taulerdruck von 1621 (FT) überein, was mich dazu brachte, die Frankfurter Drucke von 1621 und 1670 (bisher unter FT) zu trennen, wodurch beide jetzt unter den Siglen FT (1621) und FT2 (1670) zu finden sind.
  • Meister Eckhart und der nackte Knabe (Spruch 68; Hopf, S. 135-163): Wie von Hopf festgestellt, habe ich die Hs. und die Drucke KT und ST aus der Liste herausgenommen, da sie den Spruch nicht allein, sondern im Kontext des armen Menschen überliefern (Hopf, S. 136). Auf den Lotter-Druck von 1505 hatte ich zwar mehrfach verwiesen, ihn aber noch nicht mit aufgenommen. Das ist jetzt nachgeholt, allerdings nicht unter Hopfs Sigle LD (für Leipziger Druck), sondern LH (für Leipziger Helfta-Druck).
  • Der arme Mensch (Spruch 66 und Spruch 67; Hopf, S. 165-336): Hier waren die Umstellungen bei weitem gravierender, was man ja bereits an der nebenstehenden Grafik erkennen kann. Zu einigen Handschriften gibt es allerdings noch Anmerkungen.
    - As: Hopf hatte keinen Zugang zur Handschrift (weshalb er sie nicht mit aufnahm), vermutet aber aufgrund des Initiums bei Lücker, das es sich um einen vierten Textzeugen des 'Vader-Discipel-Dialogs' handelt. Ein Blick in den Katalog von Joosting hätte ihm bestätigt, das dem in der Tat so ist. Lücker ordnete den Text aufgrund des "God gheue di gueden morghen" wie schon Quint in Pfeiffer Spruch 67 zu, was ich entsprechend vermerkte, auch wenn Hopf fälschlicherweise schreibt, ich hätte die Hs. unter Pfeiffer Spruch 66 geführt (S. 191 und 327 Anm. 206).
    - B39: Hopf bemerkt zu Recht, daß hier der "Dialog 'Der Bruder mit den sieben Säckchen' ohne Verbindung mit dem Dialog 'Der arme Mensch I'" enthalten ist (S. 191 Anm. 28). Das hatte ich 2017 auch schon festgestellt, den Eintrag aber noch stehen lassen, da Predigt im Kontext behauptet, es handele sich um den A-Teil.
    - B44: "Eine Überprüfung war" Hopf "aufgrund fehlender Stellenangaben nicht möglich" (S. 191). Da es mir trotz intensiver Recherche nicht möglich war, mehr als die Behauptung bei Stammler ("Ich schließe gleich an, daß Pf. II S. 623 Nr. 66 in Berlin mgf. 1313 .. steht") zu finden und ein Digitalisat (noch) nicht erfolgt ist, bleibt wohl zur Zeit nichts anderes übrig als die Hs. vor Ort in der Staatsbibliothek einzusehen.
    - B49: Die Angabe 'Pf. Spr. 66' hatte ich von Predigt in Kontext ungeprüft übernommen. Hopf schreibt dazu: Die "Seiten (..) enthalten einen mit zahlreichen Autoritätenzitaten angereicherten Traktat ohne Bezug zu 'Der arme Mensch I'" (S. 191 Anm. 27). Nach dem Repertorium von Daniël Ermens, das bei PiK nicht berücksichtigt wurde (jedenfalls nicht in der Literatur), handelt es sich um eine Predigt von Jordanus van Quedlinburg auf Lc 24,13 (S. 181). Damit kann die Hs. eigentlich entfernt werden.
      Zufälligerweise ermittelte Hopf noch eine weitere Berliner Handschrift als Textzeuge für "Der arme Mensch I", der er die Sigle *B gab. Dabei handelt es sich um mgf 863, die damit die bisherige mgf 823 ersetzen kann, d.h. B49 ist jetzt Ms. germ. fol. 863.
    - Brügge, Stadtbibliothek, Cod. 408 (Bru): Die Angabe zu Pf. Spruch 66 stammte von Axters, Bijdragen .., S. 119 mit Verweis auf den Textabdruck von de Vooys: "Van eenen devooten vraukin (S. 280-282), der jedoch keinerlei Übereinstimmung mit Pfeiffer zeigt. "Dass Bru den Dialog 'Der arme Mensch' überhaupt enthält, scheint unwahrscheinlich, weil die detaillierte Beschreibung bei Stooker / Verbeij, Collecties op orde, S. 71 f., nichts Entsprechendes verzeichnet" (Hopf, S. 191 Anm. 29). Also habe ich die Hs. wieder entfernt.
    - Ha8: Zu der Stelle fol. 73r-74r bemerkt Hopf: "Es lassen sich keine Verbindungen mit 'Der arme Mensch I' feststellen" (S. 190 Anm. 26). Quint, den ich als Quelle angab, hatte den Text mit "Die neun Punkte" gleichgesetzt. Seine weiteren Ausführungen: "Die Bemerkung ebendort [Lücker, S. 159]: 'Grundtext davon zu finden in Spruch 66, Pf. S. 623. Doch die >Neun Punkte< nicht von Eckhart, vgl. hierzu Dolch S. 14' ist mir unverständlich, bzw. trifft nicht zu" (PBB 82 (1960), S. 352-384, hier: S. 380) hatte ich wohl mißverstanden.
    - Lü1: Die Hs. wurde von Hopf als Textzeuge für "Der arme Mensch IV" unter der Sigle *Lü (hier: Lü1) hinzugefügt.
  • Meister Eckharts Wirtschaft (Spruch 70; Hopf, S. 337-426): Zusätzlich zu den bereits angeführten 36 Hss. und 2 Drucken weist Hopf auf Ebstorf hin (keine Ahnung, wieso ich das bei Stammler übersehen hatte) und führt zwei mittelalterliche Bibliothekskataloge an, in denen zwei weitere Handschriften genannt werden (Nürnberg, Dominikanerinnen von St. Katharina, alte Signatur E XI und Erfurt, Kartause, alte Signatur D4), die jedoch entweder verloren sind oder noch nicht identifiziert wurden (S. 358f.).
      Zur Textkonstitution führt Hopf aus: "Die bisher bekannten 39 Textzeugen von 'Meister Eckharts Wirtschaft' in ein textgeschichtliches Verhältnis zueinander zu setzen, fällt nicht nur aufgrund ihrer hohen Anzahl schwer (...). Tatsächlich präsentiert sich die Überlieferung (..) als eine nur schwer zu überblickende Ansammlung äußerst divergenter Textzeugen, die mit unterschiedlichen Nuancen und stilistischen Eigenheiten von dem immer gleichen Tischgespräch berichten" (S. 359). Er gliedert in drei Gruppen A, B (mit vier Untergruppen) und C (S. 362-379) und stellt fest: "Aus der Untersuchung der Handschriftenrelation folgt, dass der originale Wortlaut (..) von wenigen Einzelstellen abgesehen nicht mehr erschließbar ist" (S. 379) und bietet dann einmal eine synoptische Edition (S. 382-393) sowie im Anhang Gruppeneditionen zur Gruppe A mit der Leithandschrift Kn2 (Anhang 2, S. 503-505), zur Gruppe B1 (Anhang 3, Leiths. Br1a, S. 506-510), zu den Gruppen B2, B3 und B4 (Anhang 4, Leiths. Bre1, S. 511-521) und schließlich zur Gruppe C mit der Leithandschrift S1 (Anhang 5, S. 522-533).
[15.10.24]

Hopf, Kurzdialoge, S. 176

Textzeugen
(weitere Beiträge s. Archiv)

Kölner Taulerdruck
  Im Zuge der Bearbeitung von Hopfs 'Kurzdialogen' fiel mir auf, daß die Bezeichnung Berlin, mgf 242-243, die ich von Klimanek übernommen hatte, nicht ganz zutreffend war. Tatsächlich handelt es sich um zwei Handschriften, mgf 242 (B37) und mgf 243 (B22), die beide Teile einer einstmals wohl vollständigen Handschrift sind, die eine Abschrift des Kölner Taulerdrucks von 1543 darstellt. Leider habe ich keinerlei weitere Hinweise darauf gefunden, wann und wo die Handschrift geteilt wurde und wie sie nach Berlin gelangte. Des weiteren fiel mir auf, daß die beiden Hss. als Abschrift des KT ja eigentlich auch den Inhalt des Drucks wiedergeben sollten, d.h. anhand der Angaben bei Emons und Predigt im Kontext sowie unter Hinzuziehung der online verfügbaren Digitalisate konnte ich die Angaben vervollständigen und entsprechend auch einige Angaben zum KT selbst und dem Surius-Tauler (ST) ergänzen.
  Das gilt entsprechend für die zweite bekannte Abschrift in mittelniederländischer Schriftsprache, der Handschrift Köln, 7020 (W*) 329 (Kn4), an der Klimanek auch nur die Predigten Steer 101, 102, 103 und 104 B interessiert hatten und die glücklicherweise inzwischen ebenfalls als Digitalisat (eines Microfilms in schwarzweiß) online abrufbar ist. Die Handschrift schreibt wie B37 nur den "ersten Teil" des KT (bis fol. 275ra) mit Umstellungen und Anfügung einer sonst unbekannten "Tauler-Predigt" ab. Ob und wenn in welcher Beziehung Kn4 und B37 zueinander stehen, konnte ich nicht ermitteln.

Links
  Der (alte) Katalog der Bibliotheca Neerlandica Manuscripta ist online nicht mehr erreichbar. Deshalb habe ich alle bisher damit verknüpften Handschriften mit dem neuen Katalog Bibliotheca Neerlandica Manuscripta & Impressa verlinkt und noch einige neue hinzugefügt, so daß jetzt die Einträge zu allen Hss. in mittelniederländischer Schriftsprache aufgerufen werden können. Dabei erhielten die Einträge zu ihre neue Signatur, wobei letztere sich wieder an ihrem Heimatort Weert befindet.
  Die Internetadresse meister-eckhart-gesellschaft.de ist jetzt endgültig aufgegeben worden seitens der Gesellschaft (was für ein Armutszeugnis !), weshalb ich die Original- und Ursprungsdatei für alle Textzeugen von Klimanek jetzt hier zur Verfügung stelle. Die neue Adresse ist eckhart.de/Textzeugen/Hss-DW.htm. Die Bibliographie ist vollständig überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht online abrufbar und die Scans der lateinischen Handschriften Erfurt, Cod. Amplon. Fol. 181 (E) und Erfurt, Cod. Amplon. Fol. 321 (F) können demnächst wieder hier eingesehen werden (s. 2014).
[28.9.24]

September 2024 (v6.96)

Bibliographie
Werkausgabe
Aktualisierung komplett !
vervollständigt

Bibliographie
(weitere Beiträge s. Archiv)

Es ist geschafft ! Die weltweit einzigartige Sammlung und Präsentation von über 4.100 Titeln von 1.730 Autoren und Autorinnen in über 40 Sprachen zu Meister Eckhart ist auf dem neuesten Stand. Seit ich im Mai letzten Jahres auf die neue Website umgezogen bin, war ich mit der Aktualisierung der Bibliographie beschäftigt. Sämtliche Einträge und Links sind überarbeitet und der eine oder andere Titel wurde hinzugefügt. Da jetzt alle Beiträge in ihren Schriftsprachen erscheinen, sind die bisherigen Darstellungen entsprechend umgestaltet worden. Falsche Einträge wurden gelöscht usw. usf. Den Weg dahin kann man hier und auf der Website nachlesen. Das bedeutet aber auch, daß die alte PDF (bis Anfang 2018) nicht mehr gültig ist. Eine neue wird es vorerst nicht geben.
[6.9.24]

Werkausgabe

Im Zuge der Arbeit an der Bibliographie habe ich auch die Datei zu den deutschen und lateinischen Werken Meister Eckharts auf den letzten Stand gebracht. Sie dürfte jetzt vollständig sein.
[6.9.24]

April 2024 (v6.96)

In agro dominico
Textzeugen
Paris, BNF, Ms. lat. 15185
Leipzig, UB, Deutsche Fragmente 86a

In agro dominico

Die Arbeit an der Bibliographie zeitigt hin- und wieder interessante Nebeneffekte. Bei der Bearbeitung des Jahrgangs 2009 fiel mir der Artikel von Gilbert Fournier auf (Maître Eckhart en Sorbonne ), der nach einem ersten oberflächlichen Blick meine volle Aufmerksamkeit erhielt. Die Pergamenthandschrift Ms. lat. 15815, aufbewahrt in Paris in der Biblithèque Nationale, entstanden sicher vor 1338 (da zu diesem Zeitpunkt ein Katalog der an der Sorbonne vorhandenen Manuskripte entstand), ist, wie Fournier schreibt: "zweifellos der älteste erhaltene Zeuge der direkten Überlieferung. Darüber hinaus ist es das einzige mittelalterliche Exemplar der "zweiten Überlieferung" (L. Sturlese) der Konstitution In agro dominico, d. h. derjenigen, die sie mit dem Brief von Johannes XXII. an Heinrich von Virneburg vom 15. April 1329 verbindet". ("Antérieur à 1338, il est incontestablement le plus ancien témoin de la tradition directe qui nous soit parvenu. De plus, il est l’unique exemplaire médiéval de la « seconde transmission » (L. Sturlese) de la constitution In agro dominico, à savoir celle qui l’associe à la lettre de Jean XXII à Henri de Virnebourg du 15 avril 1329", S. 80).
  Fournier identifiziert zwei Schreiber A und B, wobei A den überwiegenden Teil der Hs. gestaltet, der wiederum zum größten Teil eine Abschrift der Summa contra Gentiles von Thomas von Aquin darstellt (sowie einiger anderer Autoren; Tabelle S. 82) als Kopie der Hs. Ms. lat. 15819. Schreiber B korrigiert die Texte von A und fügt am Ende des 182 Bll. umfassenden Manuskripts f. 181ra-182ra einen Text hinzu, den Delisle 1870 noch unzureichend als "Bulle de Jean XXII, du 15 avril 1329" beschrieb (Katalog, S. 25), bevor er 1985 von Shooner mit "Iohannes XXII. Litterae ad archiepiscopum Coloniensem de erroribus Echardi (15 Aprilis 1329)" konkretisiert wurde (Katalog, S. 299).
  Aufgrund des "Exlibris" f. 182rb "Jste liber est pauperum magistrorum scolarium in domo de Sorbona, ex legato magistri Reygneri de Colonia, doctoris in theologia, quondam socij domus" vermutet Fournier in dem legato magistri Reygneri de Colonia den in den Acta Echardiana mehrfach genannten Kommissar Reinher Friso (Acta nn. 48, 50, 51, 53, 55 und 67), der Zugang zur Kanzlei des Heinrich von Virneburg hatte und somit den Brief des Papstes mühelos hätte kopieren (lassen) können.
  Leider gibt Fournier keine Abschrift des Textes.

Zunächst wollte ich die Handschrift als 'P5' aufnehmen. Nachdem alles in html umgesetzt war, fiel mir auf, daß sie inhaltlich nicht paßte. Das war kein deutscher Textzeuge dessen, was Eckhart hätte geschrieben oder gesagt haben können. Dann fiel mir auf, daß ich zuletzt im April 2019 ebenfalls eine Kopie der Bulle in deutscher Übersetzung als "Wo6" aufgenommen hatte. Was tun ? Beide Bezeichnungen: P5 und Wo6 sind gelöscht, statt dessen befinden sich die beiden Handschriftenbeschreibungen zu Paris, Ms. lat. 15815 und Wolfenbüttel, Cod. 311 Helmst. nun in der Datei In agro dominico.
  Hinzugekommen sind auch Angaben zu den Ausgaben des Textes und eine (lange) Liste an Übersetzungen.
[10.4.24]

Textzeugen
(weitere Beiträge s. Archiv)

Bereits Anfang September letzten Jahres gab die Universität Leipzig eine Pressemitteilung heraus mit der reißerischen Überschrift: "Sensationeller Fund an der Universitätsbibliothek Leipzig. Ältestes Zeugnis von Meister Eckharts Werk entdeckt", was sogleich einen wahren Presserummel auslöste.
  Grund des Aufruhrs waren zwei Pergamentquerstreifen eines ehemaligen Doppelblattes mit zusammen 6 (sechs !) Zeilen Text, die bereits 2014 aufgefunden worden waren, aber erst jetzt auf den Entstehungszeitraum 1290-1310 eingegrenzt werden und zwei unterschiedlichen Vorlagen zugeordnet werden konnten. Irritierend ist dabei, daß der eine Text der Predigt "Von zweierlei Wegen" entstammt, die bisher Johannes Franke zugeordnet worden war (s. Handschriftencensus ), nun aber "nach neuesten Erkenntnissen auf Eckhart zurückgeht" (?). Hier ist wohl das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der zweite Text konnte bisher noch nicht bestimmt werden. Zur digitalen Präsentation der Streifen .
  Ich habe das "Deutsche Fragment 86a" vorerst unter der Sigle L5 aufgenommen.
[8.4.24]